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Das Original-Review gibts hier. DORN - Spiegel der Unendlichkeit
Das fünfte Album der Band um Kreativkopf Roberto Liebig kann man durchweg als eingängig bezeichnen. "Spiegel der Unendlichkeit" zeigt, daß die Definition von Dark Metal sehr offen gestaltet werden kann. Bei DORN ist es eine Verbindung von heftigem Death und etwas Black Metal mit stark melodischem und symphonischem Charakter, aufbauend auf einem lyrischen Konzept um Machtkämpfe. Dieses Szenario läßt dem Zuhörer dabei viel Spielraum zur Interpretation, sofern man sich dazu entschließt, die Texte mitzulesen. Denn leider, und das ist mein härtester Kritikpunkt, macht es Roberto einem wirklich verdammt schwer, durch bloßes Hören der tiefsinnigen, wenn auch etwas verqueren Lyrik ("...von eklatantem Hohn verseuchte Schranzen...") zu folgen. Der harte, aggressive Gesang ist tief in die Musik eingebettet und zudem vollkommen übertrieben akzentuiert. Jeder Konsonant hört sich an wie ein rollendes R. Ich finde jedenfalls, daß es die Texte verdient hätten, mehr zu Geltung zu kommen. Es klingt vielleicht widersinnig, aber bei DORN hätte etwas weniger Aggressivität des Gesangs eine höhere Wirkung. Denn die Musik ist überwiegend für Dark Metal schon sehr brutal. Die Piano-Passagen und die eingestreuten Akustik-Parts der Gitarre setzen angenehme Kontrastpunkte, ohne seicht zu wirken. Der "Spiegel der Unendlichkeit" ist flüssig aufgebaut, hat aber dennoch einige Kanten, von denen es blutige Ohren gibt. Es kracht und donnert immer wieder mächtig. Gitarren und Drums vereinigen sich zu einer brutal rollenden Bestie, streben im nächsten Moment schon wieder auseinander. Und dazwischen strömen quirlige oder fein fließende Strukturen. Die obligatorischen Synths fügen sich zumeist ihrer songdienlichen Rolle, haben aber hier und da mal eine Hoch-Zeit. Nun ja, auch wenn sich melodic Dark Metal nicht gerade an der Spitze meiner Lieblings-Stile befindet - DORN ist mit diesem Album zugegebenermaßen ein ausgereiftes, gefühlvolles und interessantes Werk gelungen. |
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