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Das Original-Review gibts hier. DORN„Spiegel der Unendlichkeit” (CCP) 8/10
Für das fünfte Studioalbum von Dorn hängte sich der Potsdamer Querdenker und Vollblutmensch Roberto Liebig deutlich hörbar ganz besonders in die kreativen Seile seiner Sinne. So gewährt dieses zwar wie bereits gewohnt enorm vielfältig ausgearbeitete und äußerst variantenreich strukturierte, neuerdings aber wieder mehr eingängig gestaltete Musikwerk den Hörern tiefe Einblicke in den „Spiegel der Unendlichkeit”. Das absolut hörenswerte vollmelodische Dark Metal-Manifest durchgehend hochintensiver Gemütsstimmungen wartet dabei mit packend aggressiver und dramaturgisch massiv aufgestockter Klangfülle auf, welche in keine vorhandenen Genreschubladen restlos hineinpassen will. Gut so. Im direkten Vergleich mit dem 2004er Vorgängeralbum „Suriel” schneidet „Spiegel der Unendlichkeit” wahrlich um einiges besser ab, denn Dorn kehrte im Kompositionsprozess merklich zu einstigen schöpferischen Stärken zurück. Erlesen getextete Liedertitel wie beispielsweise „Windtränen”, „Winterwacht” oder „Flammender Zorn” signalisieren zudem einmal mehr den mittlerweile typisch signifikanten Hang der Urheber zu poetischen Betrachtungsweisen vermeintlich alltäglicher Gegebenheiten. Und das mit gigantischer ganzheitlicher Hingabe agierende Theatralikertrio um Meister Liebig zeigt sich in diesem Zuge nicht nur auf instrumentellen Ebenen erneut gereift. Auf auch kompositorischem Sektor sind angehobene Anspruchsgrade erfreulich zu registrieren. Quirlig perlende Piano-Passagen verspielter Anmut verwöhnen das Ohr zudem geradezu. Selten ließ extreme Musik dieser speziellen Art die Konsumenten wohl eindringlicher spüren, dass mordsbissige Wutausbrüche und lustvoll ausgelebte Freudengefühle einander so sehr bedingen, um letzlich erst ihre jeweilige Vollendung zu erlangen. Innerhalb der zehn neuen Stücke loten Liebig und Co. die emotionalen Achterbahnfahrten ihrer Künstlerpsychen endlich wieder bedingungslos aus. Letzteres schlug sich ebenfalls auf vokalistischem Terrain nieder; auch hier wird verdammt deutlich, dass diese deutschen Melodic Dark Metal-Sympathieträger für ihren neuen Schwermetallauswurf rein gar nichts dem Zufall überließen. Ganz im Gegenteil. Symphonisch auffallend edel orchestrierte Passagen verwöhnen mich hier mit erhebend opulent angelegtem Partituren-Reigen, und, um ganz ehrlich zu sein – so dermaßen laut habe ich die letzte Dorn-Scheibe niemals aufgedreht. Doch nun muss es krachen! Mit aufwühlenden tonalen Riesensprüngen wird hier also beileibe nicht gegeizt. Das stets neue kompositorische Überraschungen und allerlei spielerisch gekonnte Feinheiten beziehungsweise Finessen beinhaltende Resultat weiß daher in hohem Maße zu erquicken, hat man sich erst einmal ernsthaft darauf eingelassen. Ja, dieser mit stabilem Soundgerüst gerahmte „Spiegel der Unendlichkeit” birgt eine überdimensional erscheinende Pracht an überwiegend höchst genussvollen Gefühlsgegensätzlichkeiten; genau so gehört sich das, mein lieber Roberto! © Markus Eck (31.01.2007) |
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