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Das Original-Review gibts hier DORN"Brennende Kälte"(CCP) 10/10Massive und überwiegend dominante Synth-Präsenz kennzeichnete schon den ersten musikalischen Schlag des ehemaligen Tastenmannes der Frankfurter Blackend Death Metal-Band Riger. Dorns 2000er Album-Debüt "Falschheit" war für ein Debüt schon überraschend ausgegoren und hob Hauptakteur und Flexibilist Roberto Liebig alias Dorn als einen versierten und zielstrebigen Musikanten hervor, welcher felsenfest an sich und sein Können zu glauben schien. Es bot frischen Death Metal with a difference, der aufgrund deutscher Lyrics und vielerlei ungewohnter und interessanter Ideen zu mehrmaligem Konsum einlud. Liebig, welcher bei Riger spielerisch und kompositorisch bisher wesentlich zum guten Gelingen beitrug, gründete Dorn anfänglich als Soloprojekt um einige dort nicht zu verwendende Ideen im Alleingang umzusetzen. Den einstigen Projektcharakter hat der todesmetallische Dorn im Fleisch der musikalischen Langeweile nun endgültig verloren; seit nicht all zu langer Zeit widmet sich sein kreativer Ziehvater nun nur noch diesem eigenen Bandprojekt. Schon auf dem erwähnten Debütalbum konnte der für einen noch recht jungen Musiker schon ziemlich weit entwickelte Künstler der allgemein herrschenden Lethargie des Genres durch kompositorische List und deren umsetzender Überlegenheit mit Leichtigkeit entkommen. Durch pechschwarz anmutenden und betont melodischen Death Metal mit vielfältigen orchestralen Arrangements war ihm zweifelsfrei der gewisse Vorsprung sicher. Dem Erzeuger dieser Veröffentlichung kann in der Tat erneut einiges Potential bescheinigt werden. Denn auch "Brennende Kälte" erweist sich als abermalig gelungene Angelegenheit voll eingängigem und ausgereiftem Charakter. Lobenswert vor allem dadurch, daß die das Debütalbum damals völlig unberechtigt begleitenden Kritiken hinsichtlich der enthaltenen Kinderliedermelodien zum Glück völlig von Liebig ignoriert wurden. Er hat seinen Stil zweifellos gefunden: Überaus eingängigen und betont glatt polierten Melodic Death Metal, der einerseits durch wirklich zauberhafte Melodien, anderseits durch einen oftmals bestialischen Gesang punkten kann. Dieser laviert erneut recht entschlossen, aber elegant zwischen monströsen Todestönen und haßerfülltem, dämonischem Keifen. Ein ohrenfreundlicher Kontrast, der in Koalition mit vielen hymnischen Keyboardklängen, mächtigen Schlagzeugrhythmen und prächtigen Gitarrenlinien zu überzeugen weiß. Mächtiger und vor allem sehr opulenter Death Metal, der durch seine überwältigende festliche Komponente eine entrückte Weltflucht ermöglicht. Wie schon auf dem Vorgängeralbum manifestiert sich hier abermals ein sehr stilvolles Kombinat aus kompositorischer Kompetenz und vielen, stellenweise schlicht genialen Ideen. Diese werden in musikalisch anspruchsvollste Gewänder gehüllt, welche zu gleichen Teilen aus druckvollem Dark Metal und andererseits pompösen und opulenten Arrangements mit großem Klassikeinschlag bestehen. "Brennende Kälte" wurde als widersprüchlicher Titel bewußt gewählt, um der Fortsetzung der Darbietung tiefer musikalischer Persönlichkeit und gefühlvoller Kreativität erneut vollauf Rechnung zu tragen. So bricht sich der unverwechselbare und ureigene Stil des Schöpfers auch auf diesem Werk nachhaltig Bahn. Mit der schon bewährten und diesmal sogar noch verbesserten Spielweise der Keyboards, welchen Liebig anmutig verspielte und orchestral klingende Tonfolgen entlockt, zaubert er aufs Neue ein absolut mystisches, betont dunkles und sehr atmosphärisches Klangerlebnis ins Herz der Hörer. Der Gesang Dorns tritt auf diesem wahrhaft mächtigen Zweitschlag in die breiten Fußstapfen von "Falschheit", ohne trotz aller aggressiven und beängstigenden Brutalität eine deutlich verbesserte Technik zu unterschlagen. Getreu der bisherigen Linie reicht das weite Spektrum Dorns von mitreißender Schnelligkeit in Koalition mit lebendiger und schwerer Rhythmik über betont melodisch dramatische Parts bis hin zu traumhaft mysteriösen und verspielten Passagen. So ist "Brennende Kälte" in lyrischer Weise das Wortspiel, welches eine bewußt reflektierte Ironie in allen Texten ständig begleitet. Es spiegelt persönliche Erfahrungen wider, welche auf realen Geschehnissen, eigenen Empfindungen und Denkweisen aufbauen und welche eine aufklärende und zum Nachdenken anregende Fußnote ausweisen sollen. Markus Eck |
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