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1) "Brennende Kälte" ist bereits das zweite Album deines Soloprojektes. Wie kam es eigentlich dazu, und wie soll es weitergehen? Mit "Brennende Kälte" ist DORN nun kein Projekt mehr. Ich gründete DORN, um meinen eigenen stilistischen Neigungen in Sachen Musik und Song - Arrangement Rechnung zu tragen, um mich selber ausbreiten zu können, was ich bei RIGER nicht konnte. Nach der Geburt von "Falschheit" merkte ich, dass mir dieser Weg viel gab und meine musikalischen Ansprüche an Songwriting und eigenen Sound durch DORN befriedigt wurden. So schrieb ich weiter und weiter...bis "Brennende Kälte" als zweites Album geboren wurde. Mit diesem schicksalsträchtigen Album, was den RIGER - Ausstieg mit sich brachte, ist der erste, aber niemals letzte Schritt für mein musikalisches Dasein getan. Ich werde weiter komponieren und weiter Musik machen. Ob nun als Solo - DORN oder als Band DORN, das wird sich mit der Zeit zeigen. Also ist "Brennende Kälte" das zweite Album, aber nicht das letzte. 2) Die Drums wurden diesmal ja von einer echten Schlagzeugerin eingehämert (kamen auf der ersten CD von der Konserve, oder?). Hast Du Ambitionen, dir deine eigene Band zusammenzustellen, oder bist du allein glücklicher? Ja, auf "Falschheit" kam der Schlag aus dem Drumcomputer, oder wie du so schön sagtest, aus der "Konserve"...amüsante Betitelung. Nach "Falschheit" merkte ich, dass kein Drummer das spielt, was ich programmiert habe. Folglich entschloss ich mich, "Brennende Kälte" zu humanisieren und ließ eine Drummerin einspielen. DORN soll nicht in alle Ewigkeit allein durch die Mystik waten! Ich suche schon Musiker für DORN und hoffe, dass ich bald erfolgreich sein werde, denn live spielen zu können, ist schon das a und o. Also, wer Interesse hat und aus der Nähe Berlin kommt, der soll mir schreiben unter DORN@d-o-r-n.de. 3) Wenn ich mir "Brennende Kälte" so anhöre, fällt mir auf, das alle Lieder auf einem gleichbleibenden Qualitätslevel bleiben. Ist es dir lieber, einen kompakten Set an Liedern zu haben, oder arbeitest du an Überfliegern, sagen wir mal einem "Inno A Satana" a la DORN? Nein, an solchen "Überfliegern" arbeite ich nicht, zumindest nicht bewusst. Ich schreibe Songs so wie sie mir gerade in den Sinn kommen. Wenngleich ab und zu Themen dabei sind, die mir mehr als andere gefallen, so ist es dennoch nicht beabsichtigt. Ich finde, dass jeder der Songs auf "Brennende Kälte" einen eigenen Charakter hat, aber im gleichen Stil geschrieben worden ist. Jeder Song soll auch musikalisch den lyrischen Teil untermauern. Wenn nun, wie auf "Falschheit" der Titel "Anfang oder Ende", auf der Scheibe ein Song bei den meisten Hörern Anklang findet, dann ist das sehr schön, aber nicht gewollt. Man könnte das auch gar nicht wollen. Jeder hat andere Neigungen. Wenn ich einen Song für die Sampler auswähle, wie "Wahre Worte", dann ist jener mir der liebste und kann den Hörern überhaupt nicht gefallen. Und es gibt kein "Inno A Satana" bei DORN. 4) Da du der alleinige Komponist von DORN bist, ist klar, daß die Synthies ziemlich dominieren und auch am ausgefeiltesten sind. Dennoch staune ich über die Gitarrenarbeit: klingt zwar ziemlich angelegt an die deiner Band Riger, aber immerhin. Wie kam es dazu, daß du dich an der Gitarre versucht hast? Es stimmt, dass die Synths bei DORN die dominante Rolle spielen. Ich liebe sie auch über alles, und für mich verleihen erst sie der Musik den mystischen Touch. Die Klampfen unterstützen lediglich die Keyboards. Dass du Ähnlichkeiten zur Gitarrenarbeit von RIGER feststellst, kann ich nicht nachvollziehen, aber das muss ich ja auch nicht. Das ist deine Meinung. Gitarre spiele ich seit meinem 18. oder 19. Lebensjahr. Einfach deswegen, weil mir das Keyboard nicht mehr ausreichte. Es ist einfach zu weich vom Klang, auch wenn man es noch so zackig spielt. Und meine Aggressionen verlangten nach einem Ausgleich. So kam das Gitarrenspiel in mein Leben, ebenso ist das mit ein Grund für den aggressiven Gesang bei DORN. 5) Etwas Kritik bezüglich der Texte: viele der Textzeilen erinnern mich an den abstrusen Satzbau Yodas in "Star Wars". Will sagen: warum du ans Ende das Verb immer setzt, wo es doch seinen Platz hinter dem Subjekt hätte? Versprichst du dir von dieser Struktur eine anspruchsvollere Lyrik? Nun, eigentlich ist der weise Yoda ja der Held in der Saga. Ohne ihn, hätte Luke jämmerlich versagt. Aber mal im Ernst: Ich verspreche mir davon keine anspruchsvollere Lyrik, sondern eine interessantere. Außerdem ist es dem Verfasser frei gestellt, wie er seine Gedanken zum Ausdruck bringt. Genau wie in der Musik! Die Zeiten des Diktierens sind nun wirklich vorbei und mir gefällt mein Schreibstil. Das Verb hat in Gedichten keinen vorgeschriebenen Platz, sondern nur im Deutschunterricht, oder wieder mal im normalen Alltag, im Gewohnten. 6) Eigentlich ist die Frage hinfällig, da es um Riger in letzter zeit still geworden ist: wie kannst du beide Bands miteinander verbinden? Du hast recht, die Frage ist hinfällig. Ich bin seit März diesen Jahres nicht mehr bei RIGER. 7) DORN klingt insgesamt wie eine Mischung aus Riger und Crematory. Wie erklärst du dir das? Nun, Crematory hat ebenfalls ein verspieltes und eingängiges Keyboard, ebenfalls eine tiefe Stimme und ebenfalls in mid - tempo gespielte Klampfen. Könnte es das sein? Ich finde, dass DORN anders als Crematory klingt. Die Ähnlichkeiten zu RIGER liegen, so denke ich, auf der Hand. Auch war ich bei RIGER mit dem ersten Gitarristen der Ideen - bringer. Der Stil meiner Synths bei DORN ist wohl ähnlich wie der bei RIGER, da ich sie in beiden Bands bediente. Doch schrieb ich wie z.b. bei Autodafe lediglich die Keyboardlinien. Niemals die Gitarren oder sonstiges. 8) Wer ist eigentlich auf die wirklich sehr flache Idee gekommen, das Booklet mit Fotos von Dir und dem Blondchen vollzupropfen? Nachdem Napalm Records nun schon den Großteil ihrer Produkte mit Nacktfotos zupflastern, müssen CCP da nachziehen? Gibt es etwa Nachholbedarf in Österreich? Habe mich übrigens herzlich belustigt über den Gästebucheintrag des Freundes der Perle. Hatte er Angst, du wolltest sie ihm ausspannen? Und wieso sieht man eigentlich nicht dich nackt? Hattest du Angst, daß es dann womöglich heißt, du seiest schwul? Die weiblichen Fans hätten es dir sicher gedankt! ICH bin auf die "sehr flache" Idee gekommen. So erscheint sie doch nur jenem "flach", der den Sinn völlig verkennt oder ganz und gar gegen ansehnliche Erotik ist. CCP hat damit gar nichts zu tun. Im Gegenteil, sie äußerten Bedenken und warnten mich vor bösen Zungen, vor denen ich Rechenschaft ablegen werden müsste. Damit hatten sie wohl recht. Außerdem ist es mir egal, wieviel Napalm Records oder die sonstige Szene mit nackten Tatsachen zugepflastert ist, denn ich gestalte mein Booklet so wie ich es wünsche und richte mich nicht nach dem, was sein sollte. Dieser Freund der Blonden aus dem Gästebuch braucht keine Angst zu haben, dass ich sie ihm ausspanne, da ich mit ihr zusammen war und die Beziehung selber beendete. Aber schon lange Zeit vor dem Photo - Shooting. Wieso sollte man denken, dass ich schwul sei, wenn ich auch nackt wäre? Seltsame Denkweise. Nein, ich bin deshalb nicht nackt, weil ich es nicht wollte und für meinen Geschmack sieht die Zusammenstellung mit Kleidung und Körper sehr gut aus. So ist das Mädchen ja auch nicht pornographisch dargestellt! Die Photos sollen natürlich etwas aussagen. Sie passen zum darüber liegenden Text und sollen z.b. "Sehnsucht Gegen Trotz" ausdrücken. Die Wahl der Art und Weise von Darstellern und Idee hängt mit meinem Hang zur Romantik, Mystik und ansehnlichen Erotik zusammen. Auf dem Cover, welches doch Wärme ausstrahlt ("Brennende") sieht es so aus, als ob mir kalt wäre ("Kälte"). Betrachtet man die Bilder, so kann man in jedem eine Ironie, die sich ebenfalls aus dem Titel herausbildet, erkennen. Beginnt das Booklet mit mir allein, führt über die verschiedensten Gefühlsebenen zur Abwendung und endet mit ihr allein. Die letzten Worte des letzten Songs "Wahre Worte" vor dem Bonus - Track sind "...und nicht gewann ich das Weib.", passend zum kleinen Bilderbuch. Aber das soll jeder so interpretieren wie er es für richtig hält. 9) Was hat es mit dem Namen DORN auf sich? DORN ist kurz, einfach und man muss ihn nicht abkürzen, was Leute bei längeren Namen immer gerne tun. Der Dorn als solches kann keinen umbringen, aber schmerzlich ist er schon. So ist es auch zu verstehen, was ich mit meinen Texten zu erreichen versuche. Neben "Brennende Kälte" ist ja besonders "Falschheit" sehr gesellschaftskritisierend und angreifend. Und klein ist der DORN: Bin ja kein Weltverbesserer oder Revolutionär. 10) Da deine Texte im Infoblatt als "auf persönlichen Erfahrungen basierend" beschrieben werden, würde mich interessieren, wie es zum Text zu "Liebe, Hass, Leben und Tod" und "Wahre Worte" kam? Der erstere ist ein Song, der die Gegensätze und Ironie der vier Mächte verdeutlichen soll. So denke ich über sie. Auch glaube ich nicht an die Liebe, zumindest bis jemand mich vom Gegenteil überzeugt. Der Text spricht für sich selbst, und auch aus dem Text ist eindeutig der persönliche Erfahrungsanteil meinerseits zu erkennen. Jeder wird ihn etwas anders verstehen und das ist auch genau das, was ich erreichen will. So würde ich die Wirkung von Lyrik mit dem detaillierten Erläutern zerstören. "Wahre Worte" ist ein schon vorhandenes EDDA - Gedicht, dem ich diesen Titel gab. Ich habe es gewählt, um zu verdeutlichen, dass diese Ironie schon immer da war. Es liegt nicht an der Zeit sondern am Menschen. Ein Gedicht, das zu "Brennende Kälte" einfach mehr als nur passt. Ein krönender Abschluss zum Album und zum bilderbuchähnlichen Booklet. 11) Was sind denn eigentlich deine täglichen Einflüsse? Was machst du zum Beispiel beruflich? Neben Nikotin und Koffein ist mein Tagesablauf viel der Musik gewidmet. Ob ich sie höre oder mache spielt keine Rolle. Hauptsache ist, dass ich mit Musik zu tun habe. Ohne sie würde ich nicht leben können. Ich bin Musiker für mein Leben und werde bestimmt nicht damit aufhören. Die Knete für die Technik und Instrumente verdiene ich beim öffentlichen Dienst. Und wenn ich mal nicht komponiere, dann bin ich oft im Internet oder vertreibe mir die Zeit in Berlin. |
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