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1) Stell erst einmal deine Band für die Leser vor.

DORN ist ein im Jahre 1998 gegründetes Ein - Mann - Projekt, das in Frankfurt (Oder) zum Leben erweckt wurde. Am Anfang habe ich es gegründet, um meine eigenen Ideen und Gefühle in Musik und Lyrik umsetzen zu können, da ich das in der Band Riger nicht verwirklichen konnte. Nun ist es kein Projekt mehr, sondern eher das Produkt meines gesamten bisherigen musikalischen Daseins. Eine Zusammenschweißung von meinen Gefühlen und meiner eigenen Stilrichtung in Sachen Musik.


2) Beschreibe einmal deine Musik mit eigenen Worten.

Oh, das ist immer irgendwie schwer. Ich denke, dass man DORN nicht in irgendeine musikalische Schublade stecken kann. Es ist weder der pure Black-, oder Death - Metal, oder sonst irgendeine einzige Richtung. Auf jeden Fall ist sie sehr Keyboardlastig, teilweise dramatisch und melancholisch, aber auch schnelle Passagen sind mit eingebaut. Also ich kann mich da auch nicht festlegen und will es eigentlich auch gar nicht. Das überlasse ich den Hörern, denn Musik wirkt auf jedes Individuum etwas anders. Von der Stimme könnte man es in die Death - Ecke schieben, aber eigentlich ist es eine eher ungewöhnliche Art von Metal. Manche nennen es Dark - Death - Metal, was das wohl am ehesten trifft.


3) Woher hattest du die Idee des Bandnamens und was hat er für dich für eine Bedeutung?

Ja über den Namen habe ich sehr lange überlegt. Bis ich dann endlich auf den DORN als solches gekommen bin. Der DORN ist klein, aber spitz und scharf und wenn man ihm zu nahe kommt, dann kann man sich auch verletzen. Im Debut "Falschheit" kommt dieser Bandname sehr zur Geltung. Hauptsächlich auf meine Weltanschauungen und gesellschaftskritisierenden Texten. Der DORN soll durch einen Schleier der Falschheit durchstechen und vielleicht den einen oder anderen aufwecken. Zwar ist er klein, aber ich will ja nicht die ganze Menschheit verändern, was ja an hirnlosen Wahnsinn grenzen würde.


4) Gibt es ein Bandkonzept, das du mit deiner Band verfolgst? Und wenn ja, welches?

Ein Konzept? Nein, eigentlich nicht. Ich mache Musik, so wie ich es für mich für richtig halte, und wie ich sie spielen will. Es gibt vielleicht ein unbewusstes Konzept im Songwriting. Wie gesagt, in den Texten verbirgt sich im ersten sowie im baldigen zweiten Album ein aufklärender und vielleicht auch aufrufender Charakter, der aber nicht ins Aufhetzen verfallen soll. Es lässt sich natürlich nicht vermeiden, dass bei Musik, die nur von einem kommt, ein Zusammenhang zu erkennen ist. Aber der ist eher unbewusst und nicht beabsichtigt. Es ist nun einmal ein Stil.


5) Über was handeln deine Texte?

Im Debut "Falschheit" beschreiben die Texte meine eigene Weltanschauung und die bisherigen Erfahrungen in meinem noch nicht langen Leben. Speziell über Menschen und über das Leben. Auch das Christentum ist mit einbezogen, wobei ich dieses Thema im Metal schon satt habe. Fast über all ist es das gleiche: Satan, Tod, Teufel, Dämonen, Hölle, Tötet die Christen... Ich glaube über dieses Thema sind die Metaller schon genug aufgeklärt und wer es noch nicht satt hat, dem wird ja fast in jedem Monat neues Material zur Verfügung gestellt. In meinem zweiten Longplayer "Brennende Kälte" handeln die Texte über die schon aus dem CD - Titel herausragende Ironie. In jeglicher Hinsicht. Ob nun in Religion, Leben, Gefühle oder in zwischenmenschlichen Beziehungen zum anderen Geschlecht...J. Leider kann man die Texte im Debut nicht richtig lesen, aber man kann sie auf meiner Homepage (http://www.d-o-r-n.de) herunterladen.


6) Ist es für dich leichter die Musik allein zu kreieren, oder aus welchem Grunde fürst du die Band allein?

Ich habe das Spielen in einer Band fast 5 Jahre miterlebt und es ist nicht gerade einfach. Eine Band ist aber niemals gleichzusetzen mit einem Solo - Projekt. Beide Seiten haben ihre enormen Vorteile. Bei DORN kann ich wirklich allein auf alles einwirken. Es ist also ein komplett eigener Stil, in allen Instrumenten, in jedem Wort, was ins Mikro gegrunzt wird. Hinzu kommt das ganze Drumherum von einer Band. Kommunikation zum Label, Interviews, Promotion...all das muss ja in einer Band problemlos klappen, was aber bei Riger zum Beispiel nicht der Fall war. Um die Frage endlich mal zu beantworten, ja, es ist leichter. Aber Musik in einer Band zu machen, macht genauso vielleicht sogar noch mehr Spaß, wenn die anderen Faktoren auch funktionieren.


7) Welche Meinung hast du zur derzeitigen Szene?

Ich muss zugeben, dass ich die Metal - Szene nicht aufs Gründlichste verfolge. Sicherlich gibt es eine arge Veröffentlichungs - Flut, bei der ich mich aber nun mal nicht ausschließen kann. Aber es gibt unter den massig vielen Labels auch eine Menge schlechte Musik, wobei diese Äußerung ja nur auf subjektiver Ansichtsweise basiert. Es ist letztendlich nur Geschmackssache und wer bin ich denn, dass ich andere Bands, für die ihre Musik ebenso wichtig ist, verurteile. Niemand. Auch nur ein Musiker in dieser Veröffentlichungs - Flut. Musik ist etwas sehr schönes, und für Musiker ist Musik sehr wichtig. Deshalb soll jeder seine Musik machen, so wie er es für richtig hält. Wahre Bands richten sich nicht nach Reviews und Kritiken der Zeitschriften und des Kommerz - Gequatsche, sondern ziehen ihr Ding durch. Das ist zumindest meine Einstellung zu dieser Sache.


8) Gibt es Bands, von denen du dich musikalisch beeinflussen läßt?

Nein, nicht direkt. Sonst würde ich ja nachspielen oder sogar covern. Es ist aber normal, dass man sich unbewusst beeinflussen lässt. Dagegen kann man gar nichts machen. Aber wie ich schon sagte, kenn ich mich gar nicht so im Bandgeschehen der Metal - Szene aus und deshalb höre ich gar nicht so viel von anderen Bands. Es gibt natürlich immer wieder Bands, die mir sehr gut gefallen, ohne von ihnen jemals was in Zeitschriften gelesen zu haben. Aber ich mache keine Vergleiche zu meiner eigenen Musik, sondern höre sie ganz normal, wie jeder andere Hörer auch. Und wenn andere vergleichbare Passagen und Stile in meiner Musik finden, dann ist es wieder ihre subjektive Anschauung. Und außerdem gibt es ja nun mal nur 12 Töne in der Musik.


9) Wie kommst du mit der Mischung aus privatem Leben und der Band klar?

Nun, mein privates Leben ist DORN und die Musik. Ich bin "erst" 21 und hab noch lange nicht vor, zu heiraten oder Kinder zu zeugen. DORN und Musik ist bis jetzt mein Leben und ich fühl mich sehr gut dabei. Und ich habe nicht vor, dieses Leben aufzugeben.


10) Wie sieht es in deinem privatem Leben aus? (Namen, Beruf, Familie...)

Tja, mein Name ist Roberto Liebig und ich hab, wie gesagt, noch keine Frau und keine Kinder. Meine Familie ist mir natürlich sehr wichtig. Und mein eigenes Blut hat mich nun mal auch zu dem gemacht, was ich jetzt bin, wie ich jetzt lebe und denke und dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Den Job hab ich eigentlich nur, um was zu essen, die Miete zu bezahlen und ein Auto zu fahren. Wie jeder andere auch. Allerdings gehe ich nur arbeiten, weil ich es ja muss. Musik ist elendig teuer und ich stecke fast alles hinein. Aber ich bin froh, dass das so ist. Ansonsten könnte ich mich in meiner Musik gar nicht so entfalten wie ich es mir wünsche.


11) Hast du ein bestimmtes Ziel vor Augen?

Ja natürlich. Mein größtes Ziel ist ein Leben zu leben, dass ich mit jedem Tag genießen kann. Und wenn ich im Sterbebett liege, habe ich ein Grinsen auf dem Gesicht und kann sagen, ich habe gelebt. Das ist mein größtes Ziel. Auf diesem Weg gibt es natürlich immer wieder kleinere andere Ziele. Wie zum Beispiel mit DORN endlich live spielen zu können. Aus diesem Grund suche ich ja wie verrückt nach Musikern in der Nähe Berlin. Musik soll mich das ganze Leben lang begleiten.


12) Nenn mir den Flopp und die beste Veröffentlichung des vergangenen Jahres.

Nun, wie ich dir schon bezüglich der Metal - Szene geantwortet habe, steht mir solch eine Aussage nicht zu. Ich will es auch gar nicht. Ich bin kein Kritiker, sondern "nur" Musiker und solch eine Aussage wäre bei mir sehr subjektiv und so etwas hat meiner Meinung nach hier nichts verloren.


13) Auf deiner Homepage ist viel nacktes Fleisch zu sehen. Ist das zum ziehen von voyeuristischen Fans gedacht oder steht das im Zusammenhang mit deiner Musik und oder den Texten?

Hauptsächlich steht es im Zusammenhang mit den Texten von "Brennende Kälte". Die Photos sollen natürlich was Aussagen und nicht als blinde Erotik und Verzierung der Homepage dienen. Jedes Bild steht für einen Text im Booklet des Albums. Da gibt es zum Beispiel "Todesangst", "Sehnsucht Gegen Trotz", "Aggression" ... aber das soll auch jeder selber interpretieren. Jeder sieht etwas anderes, so hoffe ich doch zumindest. Es wäre schade, wenn die Photos als "Nacktes Fleisch" abgestempelt und somit verkannt werden. Liebe und Leidenschaft ist nun einmal ein immer wiederkehrendes Thema bei den Menschen, von dem auch ich nicht ausgeschlossen bin. Und ich will auch dies mit den Photos ausdrücken.


14) Was wird es als nächstes von dir geben?

Wie schon im bisherigen Interview erwähnt, erscheint bei CCP - RECORDS im Mai / Juni der zweite Longplayer "Brennende Kälte". Das Album tritt in die Fußstapfen von "Falschheit" und ist aber noch orchestraler und fülliger geworden. Auch ich verbessere meine Fähigkeiten.


15) Wirst du mit deiner Band auch mal Live zu sehen sein?

Ich hoffe, dass ich bald eine Band zusammengekratzt hab und endlich live spielen kann. Wenn es endlich soweit ist, dann will ich natürlich so viel wie möglich spielen, da ich mich auf der Bühne am besten fühle.


16)Es geht das Gerücht herum, dass du nicht mehr bei der Band Riger spielst. Ist da etwas Wahres dran?

Nun ja, es ist etwas Wahres dran. Ich habe der Band Riger den Rücken gekehrt, um meinen eigenen Weg in der Musik weiter zu gehen. Das hat viele Gründe, hauptsächlich, lag es daran, dass Riger meiner Meinung nach, seit ca. einem Jahr nicht mehr viel zustande brachte. Die Motivation ist gesunken und damit auch die Kreativität. Unsere Geschmäcker in Sachen Musik sind auch sehr weit auseinander gegangen. Sicherlich bin ich nicht ganz Unschuld daran, aber es gab viele Fehler im Bandkonzept und es hat alles nicht so geklappt, wie es eigentlich sollte. Trotz Versuche unsererseits, dass alles hinzukriegen, ist doch alles wieder ins Siechtum zurückgefallen. Deshalb habe ich eine zwar sehr schmerzvolle und schwere, aber ich denke doch richtige Entscheidung getroffen und will all diese Fehler in DORN besser machen. Und mein zweites Album "Brennende Kälte" ist der erste, aber niemals letzte Schritt auf diesem neuen Weg.


17)Hier ist nun noch Platz was eigenes los zu werden.

Ja, ich bedanke mich für dieses Interview und hoffe den Lesern eine Menge beantwortet zu haben. Wenn nicht, dann schreibt mir einfach per e - mail (DORN@d-o-r-n.de) oder verewigt euch auf meiner Homepage (http://www.d-o-r-n.de). Und vielleicht sieht man sich ja bei einem hoffentlich baldigen Gig...

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